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Herrenriegenausflug 2010 nach Prag

Reisedatum: 16. bis 18. Juli 2010

 

Als Reiseziel hat die Riege Prag, die goldene Stadt an der Moldau, ausgewählt. Das erhalten gebliebene alte Stadtbild fasziniert viele Besucher. Es ist die Stadt der Dichter und Gelehrten, der Musiker und der Genießer, die den Charakter der melancholischen Moldau-Metropole geprägt haben. Das hunderttürmige Prag ist seit der samtenen Revolution im Jahr 1989 ein Touristenmagnet ersten Ranges geworden. Prag ist die Hauptstadt der Tschechischen Republik und zählt 1,3 Mio. Einwohner. Von der UNESCO wurde sie als Weltkultur- und –naturerbe ausgezeichnet. Als Währungseinheit gilt die Tschechische Krone (Czk).

 

Freitag, den 16.07.2010

Unser Reiseziel liegt 430 km entfernt und erforderte eine siebenstündige Fahrt mit dem Bus unseres Mitglieds Gustl Wührer, gesteuert von Chauffeur Adi. Wir starteten um 13.30 Uhr an unserer Turnhalle. Von Weyarn bis Prag war durchgehend Autobahn zu fahren, aber in Eching sind wir auf einen 16 Kilometer langen Stau gestoßen, so dass wir eine Umfahrung beschlossen und über Landau an der Isar und Straubing auswichen und in Regensburg wieder auf unsere planmäßige Autobahnstrecke kamen. Am Grenzübergang bei Waidhaus mussten wir uns die Autobahn-Mautbox beschaffen, die gab es aber erst um 19 Uhr. In der Zwischenzeit haben wir die obligatorische Brotzeit genossen und einige haben sich hier mit der Landeswährung ausgestattet und dann ging´s weiter Richtung Prag. In Prag selbst hat uns das Navi, obwohl uns eine lange Baustelle der Straßenbahn begleitete, sicher zu unserem Hotel Novotel (4 Sterne) in der Nähe des Wenzelsplatzes geleitet. Ankunftszeit 21 Uhr. Während der Bus 3,5 km zu einem bewachten Parkplatz gebracht wurde, sind die Teilnehmer nach dem Bezug ihrer Zimmer zum Abendessen in der Neustädter Brauerei (ca. 600 m entfernt) zu Fuß losmarschiert, bei ca. 30 Grad Temperatur. Nachdem wir etwas verspätet ankamen, stand das Essensangebot nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Die Bedienung war auch nicht gerade die freundlichste.

 

Samstag, den 17.07.2010

Heute trafen wir mit unserer Fremdenführerin Miroslava Eliasova (Mirka) zusammen, die mit uns die Grand City Tour durchführte. Sie ging zunächst mit uns zum Wenzelsplatz, der nach dem Heiligen Wenzel benannt wurde. Ein riesiger Platz (700 m lang), der bis spät in den Abend durch seine Angebote sehr belebt ist. Als bedeutender politischer Versammlungsort der Republik war er der Schauplatz großer Demonstrationen z.B. 1968 und 1989. Zentraler Platz in der Prager City und beliebter Treffpunkt ist der Altstädter Ring. Der Platz ist mit seinen 9000 qm riesig. Hier treffen sich Einheimische, Straßenkünstler und Besuchergruppen, die die verzierten Fassaden der Häuser betrachten, die den Platz einrahmen. Wichtige Sehenswürdigkeiten Prags sind an diesem Platz zu finden, wie das Altstädter Rathaus mit seiner astronomischen Uhr, die Teynkirche, das Palais Kinsky, das Haus zur Steinernen Glocke und mit auf dem Platz das Denkmal für Jan Hus, dem Reformator. Die astronomische Uhr am Altstädter Rathaus wird von den Touristen stark belagert und zu jeder Stunde wird die Prozession der zwölf Apostel bestaunt und natürlich gefilmt und fotografiert. Den alten jüdischen Friedhof konnten wir nur von außen betrachten, da er an dem Tag geschlossen war. Der Weg führte uns jedoch durch das jüdische Viertel und am Geburtshaus von Franz Kafka vorbei. Im Verlauf der 4-stündigen Führung zeigte uns Mirka noch viele andere Sehenswürdigkeiten der Stadt. Bei der Tagestemperatur eine anstrengende Veranstaltung.

Der Nachmittag diente der Erholung und war für die einzelnen Teilnehmer zur freien Verfügung.

Am Abend trafen wir uns in einer der größten Prager Bierstube U Medvidku in der Altstadt zum gemütlichen Beisammensein und einem opulenten Abendessen mit volksmusikalischer Unterhaltung. Bei den warmen Temperaturen zog es uns aber ins Freie, wo wir in einem Biergarten an der Moldau gelegen bei einem Feuerwerk den Abend ausklingen ließen.

 

Sonntag, den 18.07.2010

Nachdem in der Nacht ein leichter Regen einsetzte hatte es am Morgen deutlich abgekühlt. Wir traten beschirmt zur Besichtigung der Prager Burg an. Seit über 1000 Jahren ist die Prager Burg auf dem Berg Hradschin das politische und kulturelle Zentrum nicht nur der Stadt sondern auch der Nation. Es heißt sie sei mit ihren drei Schlosshöfen das größte geschlossene Burgareal der Welt. Die Prager Burg wurde im 9. Jahrhundert errichtet, damals freilich noch nicht in ihren heutigen Ausmaßen. Im Laufe der Zeit hat sie mehrmals ihre Gestalt gewandelt. So wurde Mitte des 14. Jahrhunderts der Veitsdom ergänzt, dessen Türme noch heute die Burganlage überragen. Eigentlich ist die Prager Burg mehr ein zusammenhängender Komplex vieler Gebäude als eine einheitliche Burg. Trotz alledem, beständig blieb in all der Zeit der Umbauten und Ergänzungen die Funktion der Burg. Auch heute hat sie noch eine sehr wichtige Funktion inne: Sie ist die Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik.

Zahlreiche Gebäude und Sehenswürdigkeiten gehören zur Burganlage, wie die Heilig-Kreutz-Kapelle, die drei Ehrenhöfe, die Nationalgalerie, der Gedenkobelisk der Opfer des 1. Weltkrieges, das Goldene Gässchen, das wir wegen Umbaumaßnahmen nicht besichtigen konnten, und natürlich der Veitsdom. Auch das durch die Messenschmidt-Stiftung renovierte Rosenbergpalais konnten wir besichtigen.

Der alles überragende Veitsdom wurde an der Stelle einer im 10 Jahrhundert errichteten Kirche gebaut. Der Bau begann im Jahre 1344. Es waren viele Baumeister im Laufe der Jahrhunderte an dem Bau beteiligt, der erst im Jahre 1929 vollendet wurde. Neben dem Turm mit seiner großartigen Aussicht, gibt es einige weitere Besonderheiten die den Veitsdom so einzigartig machen. Die größte Glocke des Doms ist die Sigismundglocke. Sie wiegt 17 Tonnen und ist die größte Glocke der Tschechischen Republik. Das innere des St. Veits Doms ist prunkvoll ausgestattet. Sehr sehenswert ist die mit Halbedelsteinen und mit vergoldetem Stuck ausgekleidete Wenzelskapelle. Eine kleine Tür mit sieben Schlössern in der südwestlichen Ecke der Kapelle führt zur Kammer der böhmischen Kronjuwelen.

Im Anschluss an die Burgbesichtigung haben wir die nahe gelegene Kloster-Bierbrauerei Strahov zum Mittagessen aufgesucht. Hier wurde uns bei freundlicher Bedienung ein vorzügliches Essen geboten und ein süffiges St. Norbert Bier serviert.

Bevor wir wieder die Heimreise antraten führte uns unser Guide Mirka noch zu einer der ältesten Steinbrücke Europas, der Karlsbrücke – ein Muss für jeden Pragbesucher. Die Karlsbrücke verbindet über 16 Bögen die Stadtteile Mala Strana und Stare Mesto und ist nur mehr für Fußgänger zugelassen. Vorbild für die Brücke war die Steinerne Brücke von Regensburg. Zahlreiche Heiligenfiguren säumen die Ränder der Brücke. Die bekannteste ist diejenige des Heiligen Jan Nepomuk, der an dieser Stelle in die Moldau geworfen wurde, wie es heißt. Am östlichen Ende befindet sich der Altstädter Brückenturm mit dem ein wenig größer als im wahren Leben geratenen Figuren von Kaiser Karl IV. und seinem Sohn Wenzel IV. Die Figuren wurden erst nachträglich zugefügt. Der Turm der gegenüberliegenden Seite, der Kleinseite geht noch auf die damalige Stadtbefestigung zurück.

Mit diesen an zwei Tagen übermittelten Informationen, Wissen und Eindrücken durch unsere Guide Mirka traten wir beeindruckt von der sehenswerten historischen Stadt Prag unsere Reise in unsere oberbayerische Heimat an, in der wir um 22.20 Uhr wieder eintrafen.